Was soll in der Krise erreicht werden?

Ziele der Krisenbehandlung (Outcomes)

Nachdem die Anamnese erhoben und Assessments inklusive Risiken eingeschätzt sind, werden die Ziele der Behandlung festgelegt. Die Grundlage in der Zielsetzung der Krisenintervention ist nach Sonneck, Kapusta, Tomandl, & Voracek (2012, S.18) die Hilfe zur Selbsthilfe, also die aktive Krisenbewältigung, bei dem den Betroffenen ermöglicht wird, sich in der Krise zu akzeptieren und selbst zu einer Lösungs- und Bewältigungsmöglichkeit zu finden.

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Kann man eine Krise diagnostizieren?

 Diagnostik der Krise

Die Krise stellt an sich keine Diagnose dar, sondern wie bereits dargestellt, eine akute Überforderung eines gewohnten Verhaltensrepertoires durch belastende äussere und inner Erlebnisse.

Sie ist begleitet von Phänomenen wie beispielsweise

  • Schlafstörungen,
  • einem verändertem Selbstwertgefühl und –konzept aber auch von
  • Fremdgefährdung und
  • Suizidalität.

Diese Phänomene sind mittels Pflegediagnostik zu eruieren und sofern vorhanden in den Behandlung und Versorgung zu integrieren. Im Rahmen der ärztlich durchgeführten ICD 10 Diagnostik ist mittels Eigen- und Fremdanamnese und klinischer Beobachtung zu prüfen, ob Diagnosen aus dem Bereich F43.- Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen vorliegen. Bei depressiven oder ängstlichen Symptomen sollte ausserdem ein BDI (Beck Depression Inventory) oder BAI (Beck-Angst-Inventory) erhoben werden. Somatische Traumafolgen sollten erhoben und dokumentiert werden (Somatostatus). Im Nachfolgenden werden einige wichtige medizinische und pflegerische Diagnosen im Rahmen von Krisen kurz dargestellt.

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Was ist wichtig zu Wissen für die Unterstützung in der Krise?

Krisenanamnese

Im Rahmen von Krisen sind fünf Aspekte zu erheben. Die dazugehörigen Fragen dienen zum vereinfachten Verständnis respektive die notwendige Informationen zu eruieren.

Krisenanlass

Welcher Anlass führte zu der Krise?
Subjektive Bedeutung

Welche Bedeutung hat die Krise für die betroffene Person?
Krisenanfälligkeit

Besteht eine Disposition (psychische Erkrankung, Sucht, Behinderung etc.)?
Reaktion der Umwelt

Wie reagiert das soziale und familiäre Umfeld?
Krisenverlauf

Welche Erfahrungen bestehen in der Bewältigung von Krisen (Copingstrategien und Skills)?

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Was sind die Risikofaktoren einer Krise?

Risikofaktoren

In Zusammenhang mit Risikofaktoren bei Veränderungs- und psychosozialen Krisen, fehlen bis dato Forschungsergebnisse. Alleinig die psychosozialen Belastungsfaktoren werden unter anderem bei therapieresistenten Depressionen, Persönlichkeitsvariablen im Vorfeld dementieller Erkrankungen, psychische Erkrankungen bei Spätaussiedlern und Kindern & Jugendlichen genannt. Also immer im Zusammenhang mit einer psychiatrischen Erkrankung oder Störung, jedoch nicht in Bezug auf reine Lebensereignisse.
Psychosoziale Belastungsfaktoren bei Jugendlichen nach Freitag (2000, S.15) werden wie folgt genannt:

  • Psychiatrische Erkrankung eines Elternteiles
  • Instabilität der Ehe, Scheidung der Eltern (verbunden mit chronischen Konflikten) und Wiederverheiratung (vor allem für Mädchen)
  • Häufiger Streit der Eltern, allgemeines Streitklima der Familie
  • Mutter und Vater jünger als 20 Jahre bei der Geburt des ersten Kindes
  • Instabilität der Wohnsituation mit häufigen Umzügen und Wohnungswechsel
  • Mangelnde emotionale und materielle Unterstützung der Kinder, mangelhaftes Ausfüllen der Elternfunktion
  • Finanzielle Abhängigkeit vom Staat
  • Haushaltsvorstand arbeitslos, ungelernte/r oder angelernte/r Arbeiter/in
  • Niedriger Ausbildungsstand der Mutter und des Vaters
  • Überbelegung des Wohnraumes

Wie weit diese Faktoren auf Erwachsene übertragbar sind, kann nicht abschliessend geklärt werden. Jedoch sollte jedem Beteiligten das Wissen für eine entsprechende Sensibilität der Risikofaktoren präsent sein, um diese in den Versorgungsprozess einfliessen zu lassen.

Fremdgefährdungsrisiko im Zusammenhang mit Krisen

Es ist davon auszugehen, dass ein Zusammenhang von Fremdgefährdung und Krise besteht. Zahlen in diesem Kontext für die stationäre Behandlung sind nicht direkt vorhanden. Betrachtet man die polizeilich registrierten Gewaltstraftaten im häuslichen Bereich, werden im Jahr 2011 insgesamt 14.881 Fällen angegeben. Gegenüber den Vorjahren, ist gesamthafte eine Abnahme zu verzeichnen.

„Im Einzelnen stellt sich bei den versuchten Tötungsdelikten, schweren Körperverletzungen, übler Nachrede, Verleumdung und Vorbereitungshandlungen eine Zunahme zwischen 20% bis 58% dar. Weibliche Personen sind nach polizeilicher Kriminalstatistik 3-mal häufiger von häuslicher Gewalt betroffen als männliche“

(Bundesamt für Statistik (BFS), 2012, S. 5).

In diesem Zusammenhang, besteht die Möglichkeit, dass Opfer aber auch Täter für eine Krisenbehandlung in eine psychiatrische Institution hospitalisiert werden.

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Wie erkennt man eine Krise?

Merkmale von Krisen

Da die Krise keine Erkrankung ist, die man mittels Symptomen beschreiben könnte, spricht man hier von Merkmalen oder Kennzeichen, die eine nähere Darstellung des aktuellen Zustandes und Verlaufes ermöglichen.

Merkmale Allgemein

  •  Erhöhte Spannung
  • Unsicherheit
  • Angst
  • Hilflosigkeit
  • Irritation und Aggressivität
  • Verwirrtheit
  • Depersonalisations- und Derealisationserscheinungen
  • Wahnhafte Projektionen
  • Halluzinationen
  • Psychosomatische Beschwerden

Ciompi (1993, S.17)

Merkmale kritischer Lebensereignisse

  •  Neuanpassung/Wiederanpassung

Ein Ereignis erfordert auf Grund von Lebensveränderung eine grundlegende Wiederherstellung des Passungsgefüges zwischen Selbst und Aussenwelt.

  • Ausmass der Nicht-Vorhersehbarkeit des Ereignisses.
  • Wirkungsgrad

Das Ergebnis berührt viele andere Lebensbereiche.

  • Selbstwertbedrohung

Das Ergebnis stellt den Selbstwert einer Person in Frage.

  • Selbstkonsistenz-Bedrohung

Das Ergebnis bedroht zentrale Überzeugungen, die die eigene Person betreffen.

  • Orientierungsverlust

Das Ergebnis interferiert mit zentralen Zielen und Anliegen der Person.

  • Retraumatisierung

Das Ergebnis aktiviert Erinnerungen an frühere, nicht bewältigte Ereignisse.

(Filipp, 1997, Kunz, Schermann, & Schürmann, 2009, S.183)

Das Risiko für eine Krise nimmt zu, je mehr Merkmale zutreffend sind.

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Wie verlaufen Krisen?

Phasen der psychosozialen Krise

Nachfolgend werden die zwei Formen

  1. traumatische Krise und
  2. Veränderungskrise

mit ihren vier Phasen beschrieben (Cullberg,1978; Caplan, 1964).

Phasenverlauf Veränderungskrise

1. Krisenschock

  • Plötzlich, meist unvorhergesehene Schicksalsschläge (Krankheit, Invalidität, Tod, Trennung, Kündigung etc.) mit einer Dauer von wenige Sekunden bis zu 24 Stunden
  • Innerlicher Zustand geprägt von Chaos und Verunsicherung, obwohl äusserlich noch geordnet
  • Risiko zu ziellosem Aktionismus oder /und sozialem Rückzug

2. Reaktion

  • Tage bis Wochen andauernde Periode

Reaktionssymptomatik, wie affektiven Turbulenzen, die sich mit Apathie abwechseln, tiefster Verzweiflung, Depressivität, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit, Feindseligkeit und Aggression

Abwehrmechanismen, wie Verdrängung, Verleugnungstendenzen, Beschwichtigung der Ereignisse, Abhängigkeit von Anderen, sozialer Rückzug, Flucht in Alkohol-, illegaler Drogen- oder Medikamentenmissbrauch, suizidales Verhalten usw. werden aktiviert, um mit der Realität zurechtzukommen

3. Bearbeitung

  • Reflexion des Krisenanlasses und Bearbeitung der Umstände

4. Neuorientierung

  • Erarbeiten neuer Optionen, Besinnung auf eigene Ressourcen und Stärken, Rückgewinnung des Selbstwertgefühls

Phasenverlauf traumatische Krise

1. Konfrontation

  • mit einer neuen, schwierigen Situation, in der die altbewährten Handlungsmechanismen nicht mehr funktionieren

2. Versagen

  • Betroffene erleben die eigene Unzulänglichkeit, welche mit dem Gefühl des eigenen Versagens einhergehen kann
  • Anstieg von Druck und Anspannung

3. Mobilisierung

  • Innere und äussere Unterstützungsmöglichkeiten werden aktiviert
  • Risiko für Rückzug und Chronifizierung bei inadäquater Hilfe

4. Vorbild der Krise

  • Siehe Beschreibung Phase 2 Reaktion bei Veränderungskrise

Was ist eine Krise?

Allgemeines

Im Verlaufe eines Lebens müssen sich Individuen immer wieder auf neue unvorhergesehene, teilweise plötzliche, aber auch auf schleichende Veränderungen einstellen. Infolge des Veränderungsprozesses bedarf es verschiedener Anpassungen. Hierfür werden die in einem Leben erlernten, altbewährten Handlungsmechanismen (Reaktionen) abgerufen, in der Hoffnung den induzierten, lästigen Stress loszuwerden oder zu mindestens ein wenig zu reduzieren. Gelingt es denn, so beruhigt sich das System und man spricht dann von einer kontrollierten Stressreaktion bzw. Krise. Im anderen Fall besteht ein anhaltender Stresszustand, der mit einer permanenten Suche nach Lösungen einhergeht. Mann oder Frau befindet sich also im Ausnahmezustand oder anders ausgedrückt in einer anhaltenden Krise. Infolge wird oftmals zuerst in der Familie oder bei Freunden um Rat und später dann, wenn diese Ressourcen nicht mehr ausreichend erscheinen, nach professioneller Unterstützung gesucht (Hüther, 2004).

Krise

Hierbei wird eine

„schwierige, gefährliche Lage, in der es um eine Entscheidung geht“

bezeichnet, die als

„geistige, seelische, materielle, schöpferische Krise/Krisis“

(Berlin Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, 2015) auftreten kann. Die Autorengruppe Sonneck, Kapusta, Tomandl, & Voracek (2012, S.15) stellen fest, dass es sich hierbei nicht um ein Krankheitsbild handelt, sondern vielmehr um die

„Akuität des Zustandsbildes, wenn also therapeutisches Handeln im weitesten Sinn unverzüglich einsetzen muss, um irreversible Schäden, z. B. Chronifizierung (festgefahrenen Reaktionsphasen nach Cullberg) oder Krankheiten oder Suizide zu verhindern.“.

Caplan präzisiert hierzu, dass es sich um eine

„akute Überforderung eines gewohnten Verhaltensrepertoires durch belastende äussere und innere Erlebnisse“

(ebd. S.181) handelt und Ciompi (1993, S.16) meint dazu, dass die Krise

„mit dem Charakter des Bedrohlichem auftritt, sie eine Labilisierung mit sich bringt, mit einer erhöhten Suggestibilität verbunden ist und damit kleine Ursachen grosse Wirkungen haben können“.

Zusammenfassend bedeutet es, dass

eine Krise ein psychisches Zustandsbild ist, bei der eine akute Überforderung eines gewohnten Verhaltensrepertoires durch belastende äussere und innere Erlebnisse vorliegt, bei dem ein therapeutisches vermittelndes Eingreifen im weitesten Sinn unverzüglich einsetzen muss, um einerseits sozialen, psychologischen und medizinischen Folgen vorzubeugen und andererseits irreversible Schäden, z. B. Chronifizierung (festgefahrenen Reaktionsphasen nach Cullberg) oder Krankheiten oder Suizide zu verhindern.

Differenzierung von Krisen

Einerseits erscheint die Unterscheidung zwischen psychosozialer und krankheitsbedingter Krise als auch andererseits das Wissen über spezifische Aspekte der Krise vor dem Hintergrund einer zielorientierten Behandlung wichtig. Allen gemeinsam ist, dass die Krise ein

„Übergang von einer Lebenslage zur anderen (z.B. bei Trennung)“

(Kunz, Schermann, & Schürmann, 2009, S. 180) darstellt. Das bedeutet, dass es einen Zustand vor und nach der Krise gibt und geben wird.

Psychosoziale Krise

Unter Krisenanlässe zählen Trennung, akute Suizidalität, Arbeitslosigkeit und Überschuldung, häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch, Entwicklungskrisen im Jugendalter und Angst im Kontext einer Paarkrise (Kunz, Schermann, & Schürmann (2009). Das Burnout-Syndrom ist dabei als eine mögliche Entwicklung zu einer psychosozialen Krise zu verstehen (Sonneck, Kapusta, Tomandl, & Voracek, 2012).
Weitere Formen die unter der psychosozialen Krise verortet werden können, sind:

  • Traumatische Krisen
  • Veränderungskrisen und
  • Chronisch-protrahierte Krisen (ebd.).

Krankheitsbedingte Krisen

Krankheitsbedingte Krisen können im Kontext bestehenden oder neu auftretenden Krankheiten, wie z.B. einer Depressionen, auftreten. Ebenso kann die Krisen dann entstehen, wenn der Patient / Patientin informiert wird, dass es sich um einen chronischen Krankheitsverlauf handelt. Psychosoziale und krankheitsbezogene Krisen können auch in Kombination auftreten, wie es beispielsweise bei Trennung infolge einer Erkrankung der Fall sein kann. Gegeben falls wird erst im Verlauf der Behandlung deutlich, dass es sich um eine Mischform handelt.

 

Schlaf & Schlafstörungen – Medizin & Pflege Teil 3

Die Achtsamkeit für einen gesunden und gestörten Schlaf fördert die Gesundheit und das frühzeitig erkennen für Erkrankungen. So können auch jene, die an sich einen gesunden Schlaf haben, motiviert sein, ihren Schlafrhythmus, Energieerhaltung, Stressbelastung oder persönliche Wohlbefinden optimaler zu gestalten.

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Die Perspektive der Medizin orientiert sich an der der ICD 10, der Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten. Die Sicht der Pflege richtet sich an der NANDA aus, welche die Reaktionen eines Individuums, einer Familie oder einer Gemeinschaft auf aktuelle oder potentielle Gesundheitsprobleme und / oder Lebensprozesse beschreibt.

Beide Perspektiven ergänzen sich in der Behandlung und Versorgung von Personen mit Schlaf und Schlafstörungen.

Bei letzteren wird das gesundheitsförderliche Verhalten in Bezug auf den Schlaf in der Versorgung einbezogen. Es werden folgende Phänomen des Schlafes in der NANDA genannt:

„Bereitschaft für einen verbesserten Ein Muster einer natürlichen periodischen Aufhebung des Bewusstseins, das für angemessene Ruhe sorgt, einen gewünschten Lebenstil aufrechterhält und gestärkt werden kann.“ (Gordon, 2013)

„Schlafmangel Andauernde Perioden der Schlaflosigkeit (Aufrechterhalten der natürlichen, regelmässigen Aufhebung des relativen Bewusstseins).“ (Gordon, 2013)

„Schlafstörungen Unterbrechung der Dauer und Qualität des Schlafes, die zu einer Beeinträchtigung im Alltag führt.“ (Gordon, 2013)

„Gestörtes Schlafmuster Zeitlich begrenzte Unterberchung / Störung der Dauer bzw. der Qualität des Schlafes aufgrund externer Faktoren“ (Gordon, 2013)

„Einschlafstörungen Unfähigkeit zu schlafen bei gleichzeitiger Erwartung, dass der Schlaff eintritt“ (Gordon, 2013)

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Bei langanhaltenden Schlafstörungen kann sich ein eigens Krankheitsbild ergeben. In der ICD 10 werden verschiedene nichtorganische Schlafstörungen im Kapitel F51 aufgeführt. Hierzu zählen:

„F51.0 Nichtorganische Insomnie Insomnie ist ein Zustandsbild mit einer ungenügenden Dauer und Qualität des Schlafes, das über einen beträchtlichen Zeitraum besteht und Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen und frühmorgendliches Erwachen einschließt. Insomnie ist ein häufiges Symptom vieler psychischer und somatischer Störungen und soll daher nur zusätzlich klassifiziert werden, wenn sie das klinische Bild beherrscht.

F51.1 Nichtorganische Hypersomnie Hypersomnie ist definiert entweder als Zustand exzessiver Schläfrigkeit während des Tages und Schlafattacken (die nicht durch eine inadäquate Schlafdauer erklärbar sind) oder durch verlängerte Übergangszeiten bis zum Wachzustand nach dem Aufwachen. Bei Fehlen einer organischen Ursache für die Hypersomnie ist dieses Zustandsbild gewöhnlich mit anderen psychischen Störungen verbunden.

F51.2 Nichtorganische Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus Eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus ist definiert als Mangel an Synchronizität zwischen dem individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus und dem erwünschten Schlaf-Wach-Rhythmus der Umgebung. Dies führt zu Klagen über Schlaflosigkeit und Hypersomnie.

Psychogene Umkehr:

  • Schlafrhythmus
  • Tag-Nacht-Rhythmus
  • 24-Stunden-Rhythmus

F51.3 Schlafwandeln [Somnambulismus] Schlafwandeln oder Somnambulismus ist ein Zustand veränderter Bewusstseinslage, in dem Phänomene von Schlaf und Wachsein kombiniert sind. Während einer schlafwandlerischen Episode verlässt die betreffende Person das Bett, häufig während des ersten Drittels des Nachtschlafes, geht umher, zeigt ein herabgesetztes Bewusstsein, verminderte Reaktivität und Geschicklichkeit. Nach dem Erwachen besteht meist keine Erinnerung an das Schlafwandeln mehr.

F51.4 Pavor nocturnus Nächtliche Episoden äußerster Furcht und Panik mit heftigem Schreien, Bewegungen und starker autonomer Erregung. Die betroffene Person setzt sich oder steht mit einem Panikschrei auf, gewöhnlich während des ersten Drittels des Nachtschlafes. Häufig stürzt sie zur Tür wie um zu entfliehen, meist aber ohne den Raum zu verlassen. Nach dem Erwachen fehlt die Erinnerung an das Geschehen oder ist auf ein oder zwei bruchstückhafte bildhafte Vorstellungen begrenzt.

F51.5 Albträume [Angstträume] Traumerleben voller Angst oder Furcht, mit sehr detaillierter Erinnerung an den Trauminhalt. Dieses Traumerleben ist sehr lebhaft, Themen sind die Bedrohung des Lebens, der Sicherheit oder der Selbstachtung. Oft besteht eine Wiederholung gleicher oder ähnlicher erschreckender Albtraumthemen. Während einer typischen Episode besteht eine autonome Stimulation, aber kein wahrnehmbares Schreien oder Körperbewegungen. Nach dem Aufwachen wird der Patient rasch lebhaft und orientiert.“ (DIMDI, 2018)

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Weiterführende Informationen

Schweizerische Neurologische Gesellschaft – Schlaf-Wach-Störungen – https://www.swissneuro.ch/view/Content/schlafwachstoerungen

Lunge Zürich – Merkblatt – Gesunder Schlaf (Schlafhygiene) https://www.lunge-zuerich.ch/file/10_Shop/Merkblaetter/Merkblatt_Gesunder_Schlaf_Schlafhygiene.pdf

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Literaturverzeichnis

Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). (2009). S3-Leitlinie – Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen. Somnologie(13), S. 4–160.

DIMDI. (07. 12 2018). ICD-10-GM Version 2019. Von Kapitel V Psychische und Verhaltensstörungen: https://www.dimdi.de/static/de/klassifikationen/icd/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2019/block-f50-f59.htm abgerufen

Gordon, M. (2013). Handbuch Pflegediagnosen. Bern: Hans Huber Verlag.

Spring, J. (06. 04 2015). 20 einfache Tipps für gesunden Schlaf. Abgerufen am 07. 12 2018 von atupri: https://www.atupri.ch/de/blog/praevention/schlafen

Krisenintervention für Personen mit schweren psychischen Erkrankungen

„Der Übergang vom Krankenhaus zur ambulanten Versorgung kann beängstigend und ein schwieriges Erlebnis für Personen mit schweren psychischen Erkrankungen sein. Personen mit psychischen Gesundheitsproblemen könnten keine Netzwerke zur Unterstützung haben, wie Familie, Freunde und Betreuer. Sie haben oft niemanden den sie persönlich kennen, der ihnen helfen könnte, wenn sie nach Hause zurückkehren. Erschwerend kommt hinzu, dass Personen mit schweren psychischen Erkrankungen kritische Einbrüche ihrer psychischen Gesundheit haben können, die zu einem Drehtür-Effekt in der Versorgung führen können. Das heißt, dass die Leistungsempfänger aus dem Krankenhaus entlassen werden, wenn sie als stabil und gesund befunden werden, nur um wieder ins Krankenhaus eingewiesen zu werden, wenn ihr psychischer Zustand sich aufgrund einer Akutphase oder Krise verschlechtert. Kriseninterventions- und häusliche Versorgungspakete wurden als eine mögliche Lösung für diese Probleme entwickelt.“

http://www.cochrane.org/de/CD001087/krisenintervention-fur-personen-mit-schweren-psychischen-Erkrankungen Stand 6.3.2018

Schlaf & Schlafstörungen – Tipps für den guten Schlaf Teil 2

Die Achtsamkeit für einen gesunden und gestörten Schlaf fördert die Gesundheit und das frühzeitig erkennen für Erkrankungen. So können auch jene, die an sich einen gesunden Schlaf haben, motiviert sein, ihren Schlafrhythmus, Energieerhaltung, Stressbelastung oder persönliche Wohlbefinden optimaler zu gestalten.

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Tipps für den guten Schlaf

Die nachfolgenden Hinweise für einen guten Schlaf erfolgten von Spring (2015) und DGSM (2009)

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Allgemeines

Zwischen 22 und 23 Uhr zu Bett gehen. Spring (2015)

  • Wer einen möglichst natürlichen Schlaf- und Wachrhythmus verfolgt, ist grundsätzlich erholter.

Regelmäßige körperliche Aktivität DGSM (2009)

Allmähliche Verringerung geistiger und körperlicher Anstrengung vor dem Zubettgehen DGSM (2009)

Alkohol & Nikotin

Kein Alkohol am Abend. Spring (2015)

  • Alkohol hat zwar eine ermüdende und beruhigende Wirkung, lässt uns aber weniger tief schlafen. Mehr als ein halbes bis ein ganzes Glas Wein sollte man deshalb nicht mehr trinken.
  • Alkohol weitgehend vermeiden und keinesfalls als Schlafmittel einsetzen (Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), 2009)
  • Kein Nikotin vor dem Schlafengehen. Spring (2015)
    • Nikotin hat eine anregende Wirkung, genau das sollte vor dem Schlafengehen natürlich vermieden werden.

Essen

Keine grossen Mengen Flüssigkeit unmittelbar vor dem zu Bett gehen trinken. Spring (2015)

Eine zu volle Blase kann den Schlaf stören.

Keine schweren und grossen Mahlzeiten unmittelbar vor dem zu Bett gehen. Spring (2015) & DGSM (2009)

  • Wer vor dem Schlafengehen sehr schwer oder viel isst, belastet den Körper. Er kann sich dann weniger effizient den Regenerationsprozessen widmen.

Nach dem Mittagessen keine koffeinhaltigen Getränke trinken (Kaffee, Schwarztee, Cola) DGSM (2009)

Kohlenhydrate zu sich nehmen. Spring (2015)

  • Kohlenhydrate machen müde und entspannen. Kohlenhydrate sind vor allem geeignet, wenn der Körperfettgehalt unter 16 Prozent bei Frauen bzw. 10 Prozent bei Männern liegt – und natürlich dann, wenn kein Gewichtsverlust angestrebt wird.

Verzicht auf Appetitzügler DGSM (2009)

Elektronische Geräte

Kein Ipad, Iphone oder PC nach 20 Uhr. Spring (2015)

  • Die Bildschirme solcher Geräte sind sehr hell – sie signalisieren dem Körper, dass noch nicht Schlafenszeit ist. Das wiederum hemmt die körpereigene Melatoninproduktion.

Wlan aus, Iphone Flugmodus ein. Spring (2015)

  • Alle Arten von Elektrosmog reduzieren die Melatoninproduktion, die für einen gesunden Schlaf sehr wichtig ist.

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Massnahmen

Entspannen mit beruhigender Musik. Spring (2015)

  • Beruhigende Musik lässt uns entspannen und läutet die Schlafphase ein.

Ein persönliches Einschlafritual einführen DGSM (2009) & Spring (2015)

  • Ein Abendritual gewöhnt den Körper daran, bereits vor dem zu Bett gehen ruhiger zu werden und zu entspannen.

Auf genügend Magnesium achten. Spring (2015)

  • Magnesium hat einen positiven Einfluss auf unser Hormon- und Nervensystem und kann unseren Schlaf massgeblich verbessern.

Melatonin-Spray verwenden. Spring (2015)

  • Wenn die körpereigene Melatoninproduktion gestört ist, kann ein solcher Spray kurzfristig Abhilfe schaffen, um den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Auf absolute Dunkelheit im Zimmer achten. Spring (2015)

  • Bereits eine schwache Lichtquelle kann die Schlafqualität massgeblich beeinflussen. In Studien wurden Leute aus der Tiefschlafphase geweckt, indem ihnen mit einem Laserpointer in die Kniekehle geleuchtet wurde.

Zimmertemperatur senken. Spring (2015)

  • Eine angenehme, aber etwas kühlere Zimmertemperatur unterstützt den gesunden Schlaf.

Für genügend Sauerstoff im Raum sorgen. Spring (2015)

  • Vor dem zu Bett gehen nochmals den Raum gut lüften, damit genug Sauerstoff im Raum ist.

Bett neu ausrichten, Kopf nach Norden. Spring (2015)

  • Wer mit dem Kopf nach Norden schläft, erholt sich erwiesenermassen besser. Das gilt nur in unseren Breitengraden)

Abendmeditation um Tag abzuschliessen und Gedankenkarussell zu beenden. Spring (2015)

  • Wer abends seine Gedanken notiert, meditiert oder eine Dankbarkeitsliste führt, leert den Kopf und stoppt das Gedankenkarussell.

Mit Lavendel beruhigen. Spring (2015)

  • Lavendel hat eine beruhigende und entspannende Wirkung auf unseren Körper. (Tee, Duftöl, Bad usw.)

Warm duschen oder baden. Spring (2015)

  • Warmes Wasser entspannt und lockert die Muskulatur.

Tiefer schlafen dank einem Arvenholzkissen. Spring (2015)

  • Ein Arvenholzkissen besteht aus 70 Prozent Arvenholz und 30 Prozent Hirse. Es lässt einem tiefer schlafen, reduziert schnarchen und senkt die Herzrate.

Im Schlafzimmer für eine angenehme Atmosphäre sorgen DGSM (2009)

In der Nacht nicht auf den Wecker oder die Armbanduhr schauen DGSM (2009)

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Literaturverzeichnis

Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). (2009). S3-Leitlinie – Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen. Somnologie(13), S. 4–160.

DIMDI. (07. 12 2018). ICD-10-GM Version 2019. Von Kapitel V Psychische und Verhaltensstörungen: https://www.dimdi.de/static/de/klassifikationen/icd/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2019/block-f50-f59.htm abgerufen

Gordon, M. (2013). Handbuch Pflegediagnosen. Bern: Hans Huber Verlag.

Spring, J. (06. 04 2015). 20 einfache Tipps für gesunden Schlaf. Abgerufen am 07. 12 2018 von atupri: https://www.atupri.ch/de/blog/praevention/schlafen