Schlaf & Schlafstörungen – Medizin & Pflege Teil 3

Die Achtsamkeit für einen gesunden und gestörten Schlaf fördert die Gesundheit und das frühzeitig erkennen für Erkrankungen. So können auch jene, die an sich einen gesunden Schlaf haben, motiviert sein, ihren Schlafrhythmus, Energieerhaltung, Stressbelastung oder persönliche Wohlbefinden optimaler zu gestalten.

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Die Perspektive der Medizin orientiert sich an der der ICD 10, der Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten. Die Sicht der Pflege richtet sich an der NANDA aus, welche die Reaktionen eines Individuums, einer Familie oder einer Gemeinschaft auf aktuelle oder potentielle Gesundheitsprobleme und / oder Lebensprozesse beschreibt.

Beide Perspektiven ergänzen sich in der Behandlung und Versorgung von Personen mit Schlaf und Schlafstörungen.

Bei letzteren wird das gesundheitsförderliche Verhalten in Bezug auf den Schlaf in der Versorgung einbezogen. Es werden folgende Phänomen des Schlafes in der NANDA genannt:

„Bereitschaft für einen verbesserten Ein Muster einer natürlichen periodischen Aufhebung des Bewusstseins, das für angemessene Ruhe sorgt, einen gewünschten Lebenstil aufrechterhält und gestärkt werden kann.“ (Gordon, 2013)

„Schlafmangel Andauernde Perioden der Schlaflosigkeit (Aufrechterhalten der natürlichen, regelmässigen Aufhebung des relativen Bewusstseins).“ (Gordon, 2013)

„Schlafstörungen Unterbrechung der Dauer und Qualität des Schlafes, die zu einer Beeinträchtigung im Alltag führt.“ (Gordon, 2013)

„Gestörtes Schlafmuster Zeitlich begrenzte Unterberchung / Störung der Dauer bzw. der Qualität des Schlafes aufgrund externer Faktoren“ (Gordon, 2013)

„Einschlafstörungen Unfähigkeit zu schlafen bei gleichzeitiger Erwartung, dass der Schlaff eintritt“ (Gordon, 2013)

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Bei langanhaltenden Schlafstörungen kann sich ein eigens Krankheitsbild ergeben. In der ICD 10 werden verschiedene nichtorganische Schlafstörungen im Kapitel F51 aufgeführt. Hierzu zählen:

„F51.0 Nichtorganische Insomnie Insomnie ist ein Zustandsbild mit einer ungenügenden Dauer und Qualität des Schlafes, das über einen beträchtlichen Zeitraum besteht und Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen und frühmorgendliches Erwachen einschließt. Insomnie ist ein häufiges Symptom vieler psychischer und somatischer Störungen und soll daher nur zusätzlich klassifiziert werden, wenn sie das klinische Bild beherrscht.

F51.1 Nichtorganische Hypersomnie Hypersomnie ist definiert entweder als Zustand exzessiver Schläfrigkeit während des Tages und Schlafattacken (die nicht durch eine inadäquate Schlafdauer erklärbar sind) oder durch verlängerte Übergangszeiten bis zum Wachzustand nach dem Aufwachen. Bei Fehlen einer organischen Ursache für die Hypersomnie ist dieses Zustandsbild gewöhnlich mit anderen psychischen Störungen verbunden.

F51.2 Nichtorganische Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus Eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus ist definiert als Mangel an Synchronizität zwischen dem individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus und dem erwünschten Schlaf-Wach-Rhythmus der Umgebung. Dies führt zu Klagen über Schlaflosigkeit und Hypersomnie.

Psychogene Umkehr:

  • Schlafrhythmus
  • Tag-Nacht-Rhythmus
  • 24-Stunden-Rhythmus

F51.3 Schlafwandeln [Somnambulismus] Schlafwandeln oder Somnambulismus ist ein Zustand veränderter Bewusstseinslage, in dem Phänomene von Schlaf und Wachsein kombiniert sind. Während einer schlafwandlerischen Episode verlässt die betreffende Person das Bett, häufig während des ersten Drittels des Nachtschlafes, geht umher, zeigt ein herabgesetztes Bewusstsein, verminderte Reaktivität und Geschicklichkeit. Nach dem Erwachen besteht meist keine Erinnerung an das Schlafwandeln mehr.

F51.4 Pavor nocturnus Nächtliche Episoden äußerster Furcht und Panik mit heftigem Schreien, Bewegungen und starker autonomer Erregung. Die betroffene Person setzt sich oder steht mit einem Panikschrei auf, gewöhnlich während des ersten Drittels des Nachtschlafes. Häufig stürzt sie zur Tür wie um zu entfliehen, meist aber ohne den Raum zu verlassen. Nach dem Erwachen fehlt die Erinnerung an das Geschehen oder ist auf ein oder zwei bruchstückhafte bildhafte Vorstellungen begrenzt.

F51.5 Albträume [Angstträume] Traumerleben voller Angst oder Furcht, mit sehr detaillierter Erinnerung an den Trauminhalt. Dieses Traumerleben ist sehr lebhaft, Themen sind die Bedrohung des Lebens, der Sicherheit oder der Selbstachtung. Oft besteht eine Wiederholung gleicher oder ähnlicher erschreckender Albtraumthemen. Während einer typischen Episode besteht eine autonome Stimulation, aber kein wahrnehmbares Schreien oder Körperbewegungen. Nach dem Aufwachen wird der Patient rasch lebhaft und orientiert.“ (DIMDI, 2018)

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Weiterführende Informationen

Schweizerische Neurologische Gesellschaft – Schlaf-Wach-Störungen – https://www.swissneuro.ch/view/Content/schlafwachstoerungen

Lunge Zürich – Merkblatt – Gesunder Schlaf (Schlafhygiene) https://www.lunge-zuerich.ch/file/10_Shop/Merkblaetter/Merkblatt_Gesunder_Schlaf_Schlafhygiene.pdf

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Literaturverzeichnis

Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). (2009). S3-Leitlinie – Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen. Somnologie(13), S. 4–160.

DIMDI. (07. 12 2018). ICD-10-GM Version 2019. Von Kapitel V Psychische und Verhaltensstörungen: https://www.dimdi.de/static/de/klassifikationen/icd/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2019/block-f50-f59.htm abgerufen

Gordon, M. (2013). Handbuch Pflegediagnosen. Bern: Hans Huber Verlag.

Spring, J. (06. 04 2015). 20 einfache Tipps für gesunden Schlaf. Abgerufen am 07. 12 2018 von atupri: https://www.atupri.ch/de/blog/praevention/schlafen

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